Venedig 2015, Kallitypie/Platintonung 120 cm x 160 cm

Kallitypie

Die Kallitypie ist eine analoge, fotografische Technik, die ihren Ursprung im 19. Jahrhundert findet und zu den Kopierverfahren gehört. Das Positiv wird im Verhältnis 1:1 von einem vorliegenden Negativ erstellt. Der chemische Prozess basiert auf der Umwandlung von Silbernitrat mittels lichtempfindlicher Eisensalze in metallisches Silber. Hierbei können verschiedene Rezepturen zur Anwendung kommen, die bei der Verwendung entsprechender Toner (Platin oder Palladium) Ergebnisse erzielen, die dem Platin-Palladium-Druck gleichzusetzen sind.

Großformatige Kallitypien sind die Besonderheit der Arbeiten. Sie verbinden den Charme und die Wirkung eines über hundert Jahre alten Handwerks mit den technischen Möglichkeiten der modernen digitalen Fotografie. Die Bilder, die auf reinem, selbstbeschichtetem Baumwollpapier belichtet werden, grenzen sich durch Tiefe und Tonwertumfang von gängigen Entwicklungs- und Druckverfahren ab. Je nach verwendetem Entwickler und Toner variieren die Bilder zwischen einem klaren zeichnerischen Grau und einem weichen Sepiaton.

Der Prozess: Die Aufnahmen sowie die Erstellung der Negative und die für das Verfahren erforderliche Anpassung von Tonwert und Gradiation erfolgen digital. Gedruckt werden die Negative auf Folie. Schweres Aquarellpapier aus reiner Baumwolle dient als Bildträger, auf den die Sensibilisierungslösung per Hand aufgetragen wird. Anschließend erfolgt die Belichtung (UV) unter Vakuum. Entwickelt werden die Bilder in eigens für das große Format hergestellten Wannen. Abhängig vom gewünschten Bildeindruck kann hierfür Natriumcitrat (weichere, wärmere Bilder) oder Natriumacetat (kontrastreichere Bilder) verwendet werden. Nach Fixierung und Wässerung werden die Bilder zur Trocknung nass aufgezogen.